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Schön.

Was ist schön? Palmen, Blumen, blauer Himmel? Afrikanischer Lebenstil? Frische Avocados vom Markt? Blühende Mangobäume, wohin man schaut? Afrikanische Kleider? Körperfülle? Ich hab alles. Und alles ist eine Frage des Geschmacks des Betrachters. Die ersten aufgezählten Punkte erfüllen mein Herz mit Freude und Dankbarkeit. Der typische Guineer hingegen schenkt diesen Dingen kaum besondere Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Sie sind selbstverständlich. Umgekehrt ists jedoch um Letzteres bestellt, welches mir zu schaffen macht. Dieser letzte Punkt erwies sich in Kombination mit dem zweitletzten Punkt ziemlich bald als Herausforderung, mit der ich mich hier besonders konfrontiert sehe: Der durchschnittliche Guineer empfindet es als schön, wenn man etwas auf den Hüften hat. Entsprechend bekomme ich nicht selten zu hören, dass ich ach-so-grosse Hüften habe oder auch einfach, dass ich dick sei - natürlich stets mit einem Hauch von Bewunderung. Was für mich persönlich an der nicht unbedingt posi...

Neues aus Guinea

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Sonntagnachmittag, 28°C, ich sitze am Tisch auf der Terasse und bin froh, wieder gesund zu sein. Am Freitag war ich am Blogartikel verfassen, doch bevor ich ihn beenden konnte, suchte mich eine (nicht allzu heftige) Magendarm-Erkrankung heim, die ich mittlerweile überstanden habe. So begann ich am Freitag folgenden Artikel zu schreiben: Freitagnachmittag, 30°C, wir chillen im Garten mit einigen Jungen, die Ataya machen. Das ist Grüntee, der auf spezielle Art und Weise hergestellt wird: im Kohleöfeli wird die Teemischung erhitzt, dann wird sie hin und her geschüttet was das Zeug hält, bis man mehr Schaum als Tee hat, und bei manchen Versionen wird Ataya mit darin aufgelöstem Biscuit, Vache-qui-rit-Schmelzkäse, Milchpulver und viel Zucker serviert. Währenddessen das Ataya-Ritual stattfindet, bei dem vor allem rumgehängt wird, berichte ich euch ein wenig aus dem Nähkästchen: Seit den Ferien sind zwei Wochen vergangen und ich habe am letzten Feriensonntagabend be...

Perfekt imperfekte Ferien

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Ich schreibe jetzt gleich meinen Lieblingsblogartikel. Über Strandferien. STRANDferien im eigentlichen Sinn des Wortes. Strandferien ohne Sightseeing, ohne Shopping, ohne Ausgang oder Abendprogramm, ohne spezifischen Freizeitmöglichkeiten. Strandferien ausschliesslich am Strand. Und doch kann ich kaum genug darüber schreiben. Sensation reiht sich an Sensation. Also: Nimm dir genug Zeit für diesen langen Strandferienartikel. Angefangen hat alles letzten Samstag mit einer sechsstündigen Fahrt ans Meer. Die Strasse zu unserem Ferienort verbindet unsere „Stadt“ mit der Hauptstadt. Unverkennbar eine wichtige Verkehrsachse, nicht wahr?! Die erste grosse Sensation: Es gibt noch ein anderes, mir bisher verborgenes Guinea! Ein Guinea mit TEERSTRASSEN!!!  Wie anders dieses Land doch gleich daherkommt. Entwickelter. Aber auch in der Küstenregion, wo es wegen Rohstoffexport bessere Strassen gibt, musste ich aufgrund der folgenden Tatsachen einsehen, dass auch Teerstrassen...

Meine Weihnachten 2017

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Statt Kerzenduft und Tannenduft rieche ich Kerzenduft und Antibrumm. Statt bei 2°C friere ich bei 18°C. Statt „Oh Tannenbaum“ dichten wir um in „Oh Moringabaum“, statt „Schneeflöckchen, Weissröckchen“ heissts hier „Staubflöckchen, Braunröckchen“ (zur Nachlese siehe Anhang).  Statt H&M-Ware befinden sich im Adventskalender neue farbige Kopftücher oder hübscher Schmuck (beispielsweise Ohrringe für ca. 10 Rappen). Statt Spitzbuben backe ich Erdnussgüetzi und Bananentäschli. Ich habe noch nie so viel von und über Weihnachten geredet wie dieses Jahr. Nur um nicht zu vergessen, dass Weihnachtszeit ist. Aber Weihnachten hat sich noch nie so unweihnächtlich angefühlt. Meine Liebsten haben mir sehr gefehlt. Trotzdem gab es auch Erfreuliches: Das beste Weihnachtsgeschenk für mich war wohl, dass am 18. Dezember ZUM ERSTEN MAL ALLE 13 KINDERGÄRTELER im Kindergarten anwesend waren!! Nach drei Monaten Kindergarten ein HISTORISCHER TAG!  Da im Moment...